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Dritter Vortrag in der Reihe 500 Jahre ökumenisches Lernen

Im Rahmen der ökumenischen Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum geht es am Dienstag, 23. Mai 2017 um 19.30 Uhr in der Notkirche Duissern, Martinstraße 37, um die evangelische und katholische Kirche in einer globalisierten Welt. Referent ist Pfarrer i.R. Norbert Arntz, Priester des Bistums Münster und Sozialwissenschaftler. Der ausgewiesene Kenner der Theologie der Befreiung und Autor zahlreicher Schriften vor allem zur Situation der Kirche in Lateinamerika, überschreibt seinen Vortrag mit dem Titel „Kritisches Wächteramt heute“. Norbert Arntz wurde für sein leidenschaftliches Engagement für eine „Kirche der Armen“ mit dem Walter-Dirks-Preis 2014 ausgezeichnet. Seine „entschiedene Solidarität mit den Armen, der politische Einsatz für Gerechtigkeit und die notwendige Umkehr zu einer Einfachheit in der Amtsführung“ seien wegweisend für die gegenwärtige gesamtkirchliche Aufbruchssituation mit Papst Franziskus, erklärte die Jury damals in einer Mitteilung.
Zum Abschluss der ökumenischen Reihe sind Stadtdechant Bernhard Lücking und Pfarrer i. R. Jürgen Thiesbonenkamp als Zeitzeugen der Theologie der Befreiung zu einem moderierten Podiumsgespräch eingeladen. Beide berichten am Montag, 29. Mai 2017 um 19.30 Uhr in der Karmelkirche, Karmelplatz 1, von ihrem Verständnis der christlichen Theologie, die sich als Stimme der Armen versteht, und welche Berührungspunkte sie in ihrem Berufsleben mit dieser Theologie und ihren Vertretern hatten. Schließlich stellt sich für die beiden Diskutanten auch die Frage, wo der Weg hin geht für die Befreiungstheologie, denn mit der Wahl des Lateinamerikaners Jorge Mario Bergoglio zum Papst rückten die Themen Armut und Ausgrenzung neu in den Fokus.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums laden der Evangelische Kirchenkreis Duisburg und das Stadtdekanat der Katholischen Kirche Duisburg zu einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe ein, die unter dem Titel „Von Luther bis zu Papst Franziskus“ 500 Jahre ökumenisches Lernen thematisiert. Unter Mitarbeit der beiden Bildungswerke haben die beiden Kirchen vier Vortragsabende konzipiert, bei denen es um die Rolle der christlichen Kirchen in der politischen Welt gehen soll. Zudem soll auch deutlich werden, wie beide Kirchen Ideen des Verhältnisses von Glaube zu Staat und Ideen des gesellschaftlichen Engagements der anderen Kirche aufgenommen haben und wo sich deren Sicht unterscheidet - und zwar von der reformatorischen Zwei-Reiche-Lehre bis zur katholischen Theologie der Befreiung.

Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum

Von Luther bis zu Papst Franziskus
Von der Zwei-Reiche-Lehre zur Politischen Theologie
500 Jahre ökumenisches Lernen

Die Reformation war eine Freiheitsbewegung des Geistes und des Glaubens. Martin Luther ging es um die Gewissensfreiheit des Einzelnen und um die Freiheit der Kirche vor Eingriffen in ihre Ordnung und ihren Glauben durch weltliche Mächte. Die staatliche Gewalt sollte weder die Ämter in der Kirche vergeben, noch in die Verkündigung hineinreden. Dafür respektierte die Kirche die staatliche Gewalt als gottgegeben. Die Bewegungen, die in Folge der Reformation auch politische Freiheit erkämpfen wollten, wurden von Luther abgelehnt oder sogar aktiv bekämpft. Er propagierte die Trennung der beiden Reiche von Kirche und Welt. Dadurch ist die Evangelische Kirche in ihrer Geschichte nicht selten zum Parteigänger der Herrschenden geworden und hat, indem sie sich nicht einmischte, den Status Quo gestützt. Das gilt über das preußische Reich bis ins Dritte Reich hinein. Die politische Theologie, die etwa gleichzeitig von Johann Baptist Metz auf katholischer und Jürgen Moltmann auf evangelischer Seite entwickelt wurde, betont dagegen die Weltverantwortung des Glaubens und macht zugleich deutlich, dass es eine unpolitische Theologie nicht geben kann und nicht geben darf. Die Befreiungstheologien, etwa in Lateinamerika, haben daraus einen ganz konkreten politischen Auftrag verstanden und gelebt: die Parteinahme für die Armen. Sie wurden sowohl auf katholischer als auch auf evangelischer Seite mit Skepsis gesehen und sogar bekämpft. Papst Franziskus gibt dieser Theologie nun eine neue Stimme. Gerechtigkeit wird zum neuen Thema. Das entspricht dem Geist des konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. 500 Jahre nach der Reformation ist es interessant, gemeinsam darüber nachzudenken, wo wir heute stehen und was heute unsere gemeinsame Aufgabe als evangelische und katholische Christen in der Welt ist. Und zu ergründen, wo wir gemeinsam unsere Stimme erheben können und müssen, um Gerechtigkeit zu fördern und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

Kritisches Wächteramt heute
Evangelische und katholische Kirche in einer globalisierten Welt
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Zeitzeugen und Perspektiven
Wo geht der Weg hin? Erinnerungen und Erwartungen - Moderiertes Podiumsgespräch
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Aufbruch und Neuanfang
Die Entwicklung der politischen Theologie als ökumenische Bewegung
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Mit dem Rad auf den Spuren der Reformation in Duisburg

An vielen Orten des heutigen Duisburgs sind Belege und Zeugnisse zu finden, die vom Leben der Menschen mit und für die Reformation erzählen. Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum erkunden Interessierte mit dem Fahrrad Stationen der Reformation in Duisburg. An mehreren Haltepunkten berichten und zeigen Vertreter verschiedener Gemeinden von den Spuren der Reformation in ihren Kirchen.

Startpunkt der Tour ist am Samstag, 24. Juni 2017 um 9.30 Uhr die evangelische Kirche in Wanheim, Wanheimer Straße 667. Vor dem Tritt in die Pedale gibt es ein kleines Frühstück und Pfarrer Friedrich Brand führt die Besucher durch die Kirche. Dabei wird er sicher anmerken, dass Wanheim 1547 mit dem Wechsel des Friemersheimer Pfarrers Eberhard von dem Hof zur Reformation evangelisch wurde. Nach einer gemütlichen halben Stunde Fahrt am Rhein und durch die Innenstadt an der Marienkirche entlang wird Pfarrer Stefan Korn die Radler an der Salvatorkirche empfangen.

Nach dem Rundgang geht es weiter zu Stationen in Ruhrort und Beeck bis zur neogotischen Meidericher Kirche, Auf dem Damm 6. Ihr Kirchturm aus dem Jahre 1502 ist das älteste Baudenkmal Meiderichs und gehört zu den ältesten im ganzen Duisburger Raum. Der Reformation wandten sich die Menschen dort in den Jahren 1546/47 zu.
In Meiderich belohnt zum Abschluss gegen 15.15 Uhr ein kleines Grillfest die Radler. Wer mag, kann den Weg nach Wanheim in Gemeinschaft zurückradeln.

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl begrenzt. Das Mindestalter beträgt acht Jahre. Anmeldungen sind vom 2. Mai 2017 bis zum 9. Juni 2017 im Evangelischen Bildungswerk Duisburg möglich (Tel. 0203 / 29512820; Mail: kontakt@ebw-duisburg.de; Internet: www.ebw-duisburg.de). Bei schlechtem Wetter wird die Tour verschoben auf den 1. Juli 2017.

Die Fahrradtour ist Teil des Programms zum Reformationsjubiläum des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg. Informationen zum Duisburger Reformationsjubiläum und den Veranstaltungen gibt es hier

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